PR-Anzeigen affaire&investissement 44 Mut zur Sichtbarkeit Wenn Perfektion zur Bremse wird. In der Frühjahrsausgabe habe ich an dieser Stelle die Frage gestellt: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wie sichtbar sind wir wirklich?“ Eine Frage, die mich bis heute beschäftigt. Denn Sichtbarkeit beginnt nicht bei Algorithmen, Reichweiten oder Followerzahlen. Sie beginnt bei uns selbst. Viele Menschen wünschen sich, mit ihrer Arbeit, ihrem Unternehmen oder ihrer Persönlichkeit sichtbarer zu werden. Doch zwischen diesem Wunsch und dem ersten Schritt liegt oft eine große Hürde: die eigene Unsicherheit. SaarLorLux MAGAZIN Ich nehme mich davon nicht aus. Im Gegenteil. Wer mich kennt, weiß, dass ich hohe Ansprüche an meine Arbeit habe. Ich bin Perfektionistin. Wenn etwas nach außen geht, möchte ich, dass es durchdacht ist, professionell wirkt und möglichst auf den Punkt gebracht ist. Genau deshalb hat mich mein erstes Reel auf Social Media mehr Überwindung gekostet, als man vielleicht vermuten würde. Bevor ich überhaupt auf „Aufnehmen“ gedrückt habe, sind viele Gedanken durch meinen Kopf gegangen. Wie soll das Reel aussehen? Was sage ich? Wie sage ich es? Welche Szenen passen dazu? Ich habe Ideen gesammelt, Formulierungen notiert und mir sogar kleine Skripte erstellt. Rückblickend betrachtet habe ich wahrscheinlich deutlich mehr Zeit mit dem Nachdenken verbracht als mit dem eigentlichen Reel selbst. Denn die Wahrheit ist: Das fertige Reel entstand innerhalb weniger Minuten. Und das Überraschende daran? Es wurde komplett anders als ursprünglich geplant. Früher hätte mich das wahrscheinlich gestört. Heute sehe ich darin etwas Wertvolles. Denn genau in diesem Moment wurde mir bewusst, dass es auf Social Media oft gar nicht um Perfektion geht. Menschen suchen keine makellosen Inszenierungen. Sie suchen Persönlichkeit. Sie suchen Authentizität. Sie suchen echte Menschen. Das bedeutet nicht, dass Qualität unwichtig ist. Aber manchmal halten wir uns selbst zurück, weil wir glauben, noch nicht perfekt genug zu sein. Weil wir denken, noch etwas verbessern zu müssen. Noch einmal darüber schlafen zu müssen. Noch einen letzten Feinschliff zu brauchen. Dabei verpassen wir oft die schönsten Chancen. Die Resonanz auf mein erstes Reel war durchweg positiv. Natürlich weiß ich auch, dass nicht jeder Beitrag jedem gefallen wird. Vielleicht wird irgendwann einmal ein negativer Kommentar dabei sein. Vielleicht wird nicht jeder meine Art mögen oder meine Meinung teilen. Aber auch das gehört dazu. Schließlich finden wir selbst auch nicht jeden Menschen sympathisch. Wir teilen nicht jede Meinung und mögen nicht jede Art. Warum sollten also ausgerechnet wir von allen Menschen gleichermaßen gemocht werden? Diese Erkenntnis hat etwas Befreiendes. Mut bedeutet nicht, keine Zweifel zu haben. Mut bedeutet auch nicht, keine Angst vor Kritik zu haben. Mut bedeutet, den ersten Schritt trotzdem zu gehen. Mein erstes Reel war am Ende viel mehr als nur ein Social-Media-Beitrag. Es war eine kleine persönliche Lektion darüber, wie oft wir uns selbst im Weg stehen und wie viel Positives entstehen kann, wenn wir uns trauen, die eigene Komfortzone zu verlassen. Ob ich künftig öfter Reels veröffentlichen werde? Definitiv. Nicht, weil ich plötzlich keine Zweifel mehr habe. Sondern weil ich gelernt habe, dass man auf Wachstum manchmal nur trifft, wenn man den Mut hat, sich zu zeigen. Echt, unperfekt und genau deshalb authentisch.
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